Sodbrennen und Reflux

Symptome, Ursachen und Therapie von Sodbrennen und Reflux

Weitere Informationen zu Sodbrennen finden Sie auch unter www.omep.de/sodbrennen/

Definition:

Unter der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) versteht man den häufig chronischen Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre und die aus den Reizungen der Speiseröhrenschleimhaut resultierenden Symptome.

Ursächlich für das Sodbrennen ist vor allem die Erschlaffung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre infolge einer erniedrigten Schließmuskelspannung.

Langandauerndes Sodbrennen führt häufig zu Schleimhautdefekten und einer Entzündung der Speiseröhre (sogenannte erosive Refluxösophagitis), die entsprechend ihrer Ausprägung in unterschiedliche Stadien unterteilt werden kann. Als sekundäre Komplikation kann es zur Bildung eines Barrett-Ösophagus sowie von Speiseröhrenkarzinomen kommen.

Neben der erosiven Refluxösophagitis gibt es Formen der Refluxkrankheit, bei der endoskopisch keine Veränderungen der Speiseröhre nachzuweisen sind (sogenannte nicht erosive Formen).

Symptome:

Unter Sodbrennen leiden etwa 15-20 Millionen Deutsche. Hierunter versteht man ein brennendes Gefühl, das von der Oberbauchgegend hinter dem Brustbein aufsteigt und in Hals und Kehle ausstrahlt. Es tritt oftmals nach einer Mahlzeit auf, wobei die Beschwerden im Liegen besonders stark ausgeprägt sind. Den Schmerz verursacht Magensäure, die mit der empfindlichen Speiseröhrenschleimhaut in Berührung kommt.

Sodbrennen (Reflux)

Weitere häufige Symptome sind saures Aufstoßen, Rückfluss von Mageninhalt in den Mund, Oberbauchbeschwerden oder Völlegefühl nach dem Essen, belegte Stimme, Heiserkeit und Halsschmerzen. Es zeigen sich auch unspezifische Symptome wie chronischer Husten, Übelkeit oder Schlafstörungen, die oftmals zuerst nicht direkt mit einer Refluxkrankheit in Verbindung gebracht werden.

Refluxbeschwerden können auch zur verstärkten Ausprägung von Asthmaanfällen bzw. einer chronischen Bronchitis beitragen.

Ursache:

Die häufigste Ursache für Sodbrennen ist die Erschlaffung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre (sogenannter unterer Ösophagus-Sphinkter) infolge einer erniedrigten Schließmuskelspannung.

Die Zusammensetzung der Nahrung hat hierbei großen Einfluss: Gebratene und fettreiche Mahlzeiten reduzieren den Muskeltonus, wohingegen eiweißreiche Mahlzeiten den Schließmuskeltonus zu erhöhen vermögen. Auch Koffein sowie Alkohol oder Schokolade schwächen den unteren Schließmuskel der Speiseröhre.

Eine verzögerte Magenentleerung in den unteren Verdauungstrakt kann über eine verstärkte Füllung des Magens ebenfalls Sodbrennen auslösen. Kalte und heiße Speisen verlangsamen den Rücktransport von bereits in die Speiseröhre zurückgeflossener Nahrung. Ist zusätzlich die Speichelproduktion herabgesetzt, wird weniger Magensäure im Ösophagus neutralisiert und in den Magen zurücktransportiert. Dann ist die empfindliche Speiseröhrenschleimhaut länger in Kontakt mit dem sauren Speisebrei.

Weitere Risikofaktoren für die Refluxkrankheit sind Übergewicht, Schwangerschaften sowie Nikotin.
Siehe hierzu auch "Tipps - Ernährung".

Diagnose:
Die Diagnose einer Refluxkrankheit lässt sich in den meisten Fällen schon anhand der typischen Beschwerden des Patienten stellen (siehe Symptome).

Ob und wie viel Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt, bestimmt man am besten mit der sogenannten pH-Metrie:
Der Patient schluckt dabei eine kleine Sonde, die die Konzentration der Magensäure in der Speiseröhre kontinuierlich 24 Stunden lang misst. Ist die Speiseröhren-Schleimhaut bereits entzündet (erosive Refluxösophagitis), so liefert eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Darm einen eindeutigen Befund. Diese endoskopische Untersuchung nennt man Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD). Der Arzt kann dabei auch Gewebeproben aus Speiseröhre und Magen entnehmen und genauer auf strukturelle Veränderungen untersuchen (Biopsie).

Bei fortgeschrittener Erkrankung lassen sich Geschwüre (Ulzera) und Verengungen auch durch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel diagnostizieren.

Therapie mit Protonenpumpenhemmer und Prokinetika:

Bei Patienten, bei denen Änderungen der Lebensgewohnheiten allein nicht ausreichen, kann eine medikamentöse Therapie Linderung bringen.

Die meisten Medikamente zur Behandlung einer Refluxerkrankung verringern die Produktion der Magensäure in den Belegzellen (Parietalzellen) des Magens. Je nach auftretenden Beschwerden kann der Arzt Protonenpumpenhemmer, H2-Blocker oder sogenannte Prokinetika einsetzen. Um Rückfällen vorzubeugen, werden Protonenpumpenhemmer niedriger dosiert.

Grundlegendes Ziel der Therapie einer chronischen Refluxerkrankung ist es, durch Linderung der Beschwerden die Lebensqualität der Patienten langfristig zu verbessern, bereits aufgetretene Entzündungen der Speiseröhre so gut wie möglich abzuheilen und möglichen Komplikationen sowie einem Rückfall vorzubeugen.

Tipp: Bemühen Sie sich um eine Veränderung Ihrer Lebens- und Essgewohnheiten unter Vermeidung der oben genannten Genussmittel. Kaugummikauen bis eine Stunde nach dem Essen (erhöhte Speichelproduktion) kann den gastroösophagealen Säurereflux reduzieren. Gegebenenfalls sollte eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. In der Nacht empfiehlt sich bei säurebedingten Beschwerden die Verwendung einer Kopfstütze, um in der horizontalen Lage eine aufrechtere Position zu erreichen. Damit wird der nächtliche Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre reduziert.
Siehe hierzu auch "Tipps - Das kann ich selber tun".

Sie finden Informationen über Sodbrennen auch unter www.omep.de.