Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür

Symptome, Ursachen und Therapie von Magengeschwüren und Zwölffingerdarmgeschwüren

Definition:

Das Magengeschwür und das Zwölffingerdarmgeschwür sind gutartige Geschwüre (Ulzera) an der Innenwand von Magen und Zwölffingerdarm. Im Fachterminus spricht man beim Magengeschwür auch vom Ulcus ventriculi, beim Zwölffingerdarmgeschwür vom Ulcus duodeni. Im Gegensatz zur Schleimhauterosion bei Gastritis sind bei einem Ulkus neben der Magenschleimhaut auch tiefere Wandschichten betroffen. Eine nicht therapierte Gastritis kann sich gegebenenfalls zu einem manifesten Ulkus entwickeln. Beim Magengeschwür (Ulcus ventriculi) besteht im Gegensatz zum Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) ein erhöhtes Risiko für eine bösartige Entartung. Das Verhältnis von Ulzera duodeni zu Ulzera ventriculi beträgt etwa 5:1.

Symptome:

Spezifische Ulkus-Symptome gibt es nicht. Auch ist es nicht möglich, eine klare Differenzierung beider Ulkus-Formen anhand der angegebenen Beschwerden vorzunehmen. Sehr häufig treten im Oberbauch lokalisierte (epigastrische) Schmerzen 1-2 Stunden nach den Mahlzeiten oder in den Morgenstunden auf, es kommt zu Übelkeit, Brechreiz, und einem dumpfen Druckgefühl im Bauchraum. Viele Ulkus-Erkrankungen verlaufen allerdings auch völlig symptomlos.

 

Bild: Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür

Ursache:

Beim sogenannten akuten Stressulkus liegen dem Krankheitsgeschehen Stresssituationen wie Traumen, Schock oder große Operationen zugrunde. Diese Form des Ulkus ist vergleichsweise selten. Wesentlich häufiger tritt die sogenannte Ulkuskrankheit auf, die sich durch eine hohe Rückfallneigung auszeichnet. Eine Infektion mit Helicobacter pylori ist die wichtigste Krankheitsursache. So weisen etwa 90 % aller Ulcus duodeni-Patienten eine Infektion mit diesem Keim auf, gleichfalls besitzen ca. 80 % der Patienten mit Magengeschwür eine Helicobacter pylori-positive Gastritis.

Bei einem Magengeschwür scheint zusätzlich die schützende Wirkung der Magenschleimhaut geschädigt zu sein, so dass die aggressiven Verdauungssäfte die Magenschleimhaut angreifen können. Demgegenüber haben sehr viele Patienten mit Zwölffingerdarmgeschwür insgesamt eine höhere Salzsäureproduktion als gesunde Personen.

Manchmal ist die Ursache für die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren auch in der Langzeitanwendung von Schmerzmitteln zu suchen, die die Produktion schützender Botenstoffe (sogenannte Prostaglandine) hemmen. Auch Rauchen kann die Entwicklung eines Ulkus begünstigen.

Therapie:

Beim Nachweis einer Helicobacter pylori-Infektion ist eine Eradikationstherapie durchzuführen. Bei negativem Befund können für eine symptomatische Therapie auch Säureblocker (z. B. Protonenpumpenhemmer), Gastroprotektiva oder Prokinetika eingesetzt werden. In der Rückfallprophylaxe von Zwölffingerdarmgeschwüren kommen ebenfalls Säureblocker zum Einsatz.

Tipp: Wenngleich der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Genussmitteln und Säure"lockern" wie Alkohol oder Kaffee und der Häufigkeit einer Ulkuskrankheit nicht eindeutig belegt ist, sollten Sie auf derartige Produkte verzichten und auf eine ausgewogene, ballaststoffhaltige Ernährung achten.

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