Helicobacter pylori Infektion

Symptome, Übertragungswege und Therapie einer Helicobacter pylori Infektion

In den 80er Jahren entdeckten Wissenschaftler einen kausalen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Magengeschwüren und Darmgeschwüren und der Besiedlung des Magens mit dem bis dahin unbekannten Keim Helicobacter pylori.

Heute weiß man, dass diese spiralförmige Bakterienart für die Mehrzahl der Magengeschwüre und Zwölffingerdarmgeschwüre verantwortlich ist. Die Häufigkeit einer Helicobacter-pylori-Infektion ist abhängig von Alter, ethnischem Hintergrund und auch sozialem Umfeld.

Bild: Helicobacter

Der Übertragungsweg der Infektion ist bis heute nicht restlos geklärt, wahrscheinlich erscheint eine Schmierinfektion oder auch Mund-zu-Mund-Übertragung. Die Infektion hält in der Regel lebenslang an. Im Blut infizierter Personen finden sich Antikörper gegen das Bakterium, die zum Nachweis des Keimes verwendet werden können.

Helicobacter pylori kann im sauren Magenmilieu überleben, weil es sich durch die Stoffwechselaktivität eines speziellen Enzyms (Urease) in eine Ammoniakwolke einhüllt, die die umgebende Säure neutralisiert. Infolge seiner flexiblen Spiralform kann sich das Bakterium in die Magenschleimhaut einnisten und schwächt auf diese Weise die schützende Schleimschicht des Magens und des Zwölffingerdarms, wodurch die Magensäure und die Verdauungsenzyme die Magenschleimhaut nachhaltig schädigen und ein Magengeschwür verursachen können.

Nachweis

Der Nachweis von Helicobacter pylori kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Nachweisuntersuchungen eignen sich nach einer durchgeführten Therapie auch dazu, den Therapieerfolg und die Auslöschung des Keimes zu überprüfen.

Beim sogenannten Bluttest wird ein Blutstropfen aus der Fingerkuppe auf Antikörper gegen den Erreger untersucht.

Beim sogenannten Urease-Atemtest bekommt der Patient eine Harnstofflösung zu trinken, die ein speziell markiertes Kohlenstoffatom enthält. Ist der Keim Helicobacter pylori vorhanden, so spaltet er den Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid, das den markierten Kohlenstoff trägt. Dieser lässt sich in der Atemluft des Probanden sicher und zuverlässig nachweisen.

Bei einer Magenspiegelung können dem Patienten winzige Gewebeproben entnommen und auf das Vorhandensein des Keimes getestet werden. Mit einem histologischen Test der Probe werden die Bakterien selbst identifiziert. Beim Kulturtest lässt man die Bakterien in der Gewebeprobe gezielt wachsen, um sie so nachzuweisen. Mit dem HUT-Test lässt sich die Urease-Aktivität des Keimes direkt nachweisen.

Eradikation durch H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer (PPI)

Beim Nachweis eines Helicobacter pylori-positiven Zwölffingerdarmgeschwürs oder Magengeschwürs wird eine Therapie durchgeführt, die die Keime restlos abtötet
(Eradikation). Diese Behandlung erfolgt mit der Kombination von verschiedenen Antibiotika und säurehemmenden Mitteln. In diesem Therapieschema werden als säurehemmende Mittel heute vor allem Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpeninhibitoren, PPI) verwendet. Obgleich Protonenpumpenhemmer die Bakterien selbst nicht abtöten können, so verbessern sie doch ganz erheblich die Wirksamkeit der eingesetzten Antibiotika in dieser Hinsicht. Unter der Kombinationstherapie kommt es zu einer raschen Abheilung und nur sehr selten zu einem Rückfall (Rezidiv). Somit lassen sich Magen-Darm-Geschwüre heute zuverlässig und kausal heilen, eine Perspektive, die vor etwa 20 Jahren noch aussichtslos erschien.


Tipp: Sollte 4-6 Wochen nach erfolgter Eradikationstherapie der Keim weiterhin nachweisbar sein, so liegt möglicherweise eine Resistenz gegenüber einem der eingesetzten Antibiotika vor, das folglich ausgetauscht werden muss. Eine Weiterführung der Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer allein für etwa einen Monat kann bei Patienten angezeigt sein, die nach der Eradikation noch Schmerzen haben.

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